Religiöses Buch des Monats September 2020

Stephanie Mende, Um Gottes Willen. Warum Menschen heute ins Kloster gehen, adeo, Asslar 2020, ISBN: 978-3-86334-247-0, 223 Seiten, 18,00 €

 

Porträts von Ordensleuten

Was bewegt im 21. Jh. Frauen und Männer dazu, ihr Leben ganz Gott zu weihen? Die Journalistin und Autorin Stephanie Mende hat 16 von ihnen besucht und mit ihnen Gespräche über das Ordensleben und ihre Beweggründe dazu geführt. In ihrem Buch fasst sie diese Gespräche zusammen, immer wieder mit Zitaten durchsetzt, aber nicht als durchgängige Interviews - die ausführlichen Gespräche hätten sonst viel zu viel Platz eingenommen. In der komprimierten Schilderung ist es aber gut möglich, sehr umfassende Einblicke in die Lebenswege und die Ansichten der elf Frauen und fünf Männer (zwischen 26 und 92 Jahren) und so ein vielschichtiges Bild von modernem Ordensleben zu gewinnen. 

Der richtige Weg

So unterschiedlich die Gesprächspartner/-innen auch sind, die grundsätzliche Lebensentscheidung, ihr Leben möglichst ganz von der Beziehung zu Gott her zu gestalten, ist bei allen als gemeinsame Mitte festzustellen. Überraschend mag für manche/n zu lesen sein, dass eigentlich alle das Ordensleben nicht als einengend empfinden, und tatsächlich hat man das Gefühl, dass alle Ordensfrauen und -männer ihre individuellen Stärken zu einer wirklichen Entfaltung bringen können. Bei allen ist die Überzeugung spürbar, den richtigen Weg gewählt zu haben - und selbst eine ehemalige Schwester, die nach einigen Jahren das Kloster wieder verlassen hat, sieht ihre Zeit im Kloster als wertvolle Etappe auf ihrem Lebensweg. Dabei wird aber kein idealisiertes Klosterleben ohne alle Schwierigkeiten gezeichnet, auch Probleme und Schwächen werden ehrlich geschildert. Am Ende der Lektüre gewinnt man ein Bild vom Ordensleben, das dessen Faszination durchaus ein Stück weit vermitteln kann, und das sich am besten zusammenfassen lässt in der Aussage "Nicht leicht, aber wunderschön". - In jedem Fall sehr lesenswert!

(Borromäusverein)

 

 

Das „Religiöse Buch des Monats“ wird seit dem Jahr 2000 von den beiden katholischen Büchereiverbänden in Deutschland, dem Sankt Michaelsbund (für Bayern) und dem Borromäusverein (außerhalb Bayerns) ausgewählt. Das Anliegen der Auszeichnung ist es, Bücher zum Thema Religion und Glauben in ihrer Bandbreite bekannter zu machen. Dazu wählen die Lektorate monatlich ein Buch aus, das aus Sicht des christlichen Glaubens ein grundlegendes Thema aufgreift wie Orientierung und Sinn im Leben, Gemeinschaft, gesellschaftliche Verantwortung. Diese Bücher geben Rat in verschiedenen Lebenssituationen, greifen Lebensschicksale auf, regen an, das Leben und den Jahreskreis bewusst zu gestalten oder tragen zu gesellschaftlichen und kirchlichen Debatten bei. Die Bücher erreichen so Menschen, die sich Fragen der Gesellschaft und den eigenen biografischen Herausforderungen bewusst stellen wollen und diese Fragen im Licht des religiösen Glaubens reflektieren und vertiefen.

Verlage und Buchhandlungen können einen Newsletter sowie Werbematerialien kostenlos bestellen und als verkaufsfördernde Maßnahme in der Buchhandlung oder auf ihrer Homepage einsetzen.

Informieren Sie sich beim Borromäusverein oder beim Sankt Michaelsbund!

 

 

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