Religiöses Buch des Monats März 2026

Benedikt XVI, Der Herr hält unsere Hand. Unveröffentlichte Predigten. Band 1: Fasten- und Osterzeit, Herder, Freiburg 2026, ISBN 9783451036675, 272 Seiten, 28,00 €

 

Bisher unveröffentlichte Predigten von Papst Benedikt XVI., die er nach seinem Amtsverzicht im privaten Kreis gehalten hat.

 

In der Gesamtausgabe der theologischen Werke von Papst Benedikt XVI. nehmen die gesammelten Predigten drei eigene Bände mit insgesamt über 2200 Seiten ein. Das jahrzehntelange Wirken als Erzbischof, Kurienkardinal und Papst brachte natürlich entsprechend viele Anlässe mit sich, in großen Gottesdiensten den vielen Mitfeiernden die Texte der Heiligen Schrift auszulegen.

Tatsächlich hat Papst Benedikt XVI. aber nicht nur bei öffentlichen Gottesdiensten gepredigt, sondern auch bei privaten sonntäglichen Messen mit seinen engsten Mitarbeitern. Für diese Predigten im kleinen Kreis stützte sich Benedikt nur auf Notizen, die mündlich vorgetragenen Predigten wurden aber in Audioaufzeichnungen festgehalten und nachträglich transkribiert.

Private Predigten 

Nach seinem Tod wurden diese Predigten zur Veröffentlichung vorbereitet und 2025 in italienischer Sprache – in der sie von Papst Benedikt auch gehalten wurden – veröffentlicht. Ins Deutsche übersetzt ist unter dem Titel „Der Herr hält unsere Hand“ nun ein erster von zwei Teilbänden erschienen, der Predigten zur Fasten- und Osterzeit (bis zum Dreifaltigkeitssonntag) enthält.

Die Predigten stammen aus den Jahren 2005 bis 2017, die meisten jedoch aus den Jahren 2013 bis 2017 – nach Benedikts Rücktritt aus dem Papstamt waren Messen im privaten Kreis natürlich nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Die letzte Predigt hielt Papst Benedikt kurz vor seinem 90. Geburtstag.

Verknüpfung von Theologie und Spiritualität

In seinen Predigten hat Papst Benedikt stets Theologie mit Spiritualität verknüpft, seine Homilien sind kenntnisreiche Schriftauslegungen, aber nicht aus distanzierter wissenschaftlicher Sicht, sondern aus einer gläubigen Perspektive, die bereit ist, sich selbst betreffen zu lassen. So vermischen sich auch immer wieder Predigt und Gebet, die Betrachtungen führen gewissermaßen von selbst zum Beten. Sehr oft bringen die Predigten von Papst Benedikt auch die Texte des Alten Testaments und des Evangeliums in einen engen Zusammenhang. Und zusammen mit dem Prediger werden auch die Leserinnen und Leser in den bekannten Schrifttexten immer wieder neue Entdeckungen machen können.

Die beiden Predigten zum Evangelium vom Verlorenen Sohn machen zum Beispiel darauf aufmerksam, dass der ältere Bruder im Grunde deshalb verbittert ist, weil er den jüngeren Sohn beneidet, er glaubt, dieser habe durch seinen Weggang in die Fremde sein Glück gefunden, und weiß nicht, dass der jüngere Bruder dort nach einem kurzen vermeintlichen Glück ins tiefste Elend gestürzt ist – und weil der ältere Bruder selbst draußen in der Welt die große Freiheit und das Glück wähnt, entgeht ihm, wie schön es ist, zu Hause beim Vater zu sein.

Bereichernd und inspirierend

Oder zum Dreifaltigkeitssonntag bemerkt Papst Benedikt, dass dieses Fest anders sei als alle anderen Feste im Kirchenjahr, an denen wir der Ereignisse in der Geschichte Gottes mit uns Menschen gedenken – am Fest der Dreifaltigkeit feiern wir dagegen nichts, was Gott für uns vollbracht hat, sondern ihn selbst.

Die Predigten von Joseph Ratzinger, ob als Kardinal oder als Papst Benedikt XVI., waren immer inspirierend und bereichernd, und das kann man auch von diesen Predigten sagen, die er nach seiner Amtszeit noch im privaten Kreis gehalten hat. So ist dieser Band für alle, die in geistlicher Schriftauslegung Erbauung finden, ein ebenso unerwartetes wie schönes Geschenk, das bereits die Vorfreude auf den zweiten Teilband weckt.

 

 

(Michaelsbund)

 

 

Das „Religiöse Buch des Monats“ wird seit dem Jahr 2000 von den beiden katholischen Büchereiverbänden in Deutschland, dem Sankt Michaelsbund (für Bayern) und dem Borromäusverein (außerhalb Bayerns) ausgewählt. Das Anliegen der Auszeichnung ist es, Bücher zum Thema Religion und Glauben in ihrer Bandbreite bekannter zu machen. Dazu wählen die Lektorate monatlich ein Buch aus, das aus Sicht des christlichen Glaubens ein grundlegendes Thema aufgreift wie Orientierung und Sinn im Leben, Gemeinschaft, gesellschaftliche Verantwortung. Diese Bücher geben Rat in verschiedenen Lebenssituationen, greifen Lebensschicksale auf, regen an, das Leben und den Jahreskreis bewusst zu gestalten oder tragen zu gesellschaftlichen und kirchlichen Debatten bei. Die Bücher erreichen so Menschen, die sich Fragen der Gesellschaft und den eigenen biografischen Herausforderungen bewusst stellen wollen und diese Fragen im Licht des religiösen Glaubens reflektieren und vertiefen.

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