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Katholikentag 2016 in Leipzig

In diesem Jahr war der Katholische Medienverband wieder mit zwei Aktionen auf dem
Katholikentag beteiligt. Zum einen richtete er zusammen mit der Gesellschaft Katholischer
Publizisten (GKP) ein großes Podium zum Themenkreis Medienethik aus. Zu anderen haben
wir die Verlagsstände im Rahmen der Katholikentagsbuchhandlung organisiert.


 „Verhöhnt Verhetzt Verdammt. Menschenbild und Medienwirkung“ lautete der Titel einer prominent
besetzten Podiumsdiskussion. Unter der Leitung von Joachim Frank (Mediengruppe DuMont)
diskutierten der Passauer (und ehemalige Journalist) Bischof Dr. Stefan Oster, Fernsehmoderatorin
Maybrit Illner, ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey und Medienanwalt Gernot Lehr über Presse- und
Satirefreiheit, die Aufgaben und Grenzen von Medien und Hassmails und -posts in Sozialen Medien.
Das war teilweise durchaus kontrovers, in jedem Fall aber anregend und spannend, insbesondere,
da sich die Podiumsteilnehmer nicht nur - schon berufsbedingt - mit diesen Fragestellungen intensiv
auseinandergesetzt hatten, sondern sich bzw. die Institutionen, die sie vertraten durchaus auch
selbstkritisch hinterfragten.

 

Spannend wurde die Sache auch durch zwei „Experten“, die zeitweise in die Diskussion „eingeklinkt“
wurden. Moraltheologe Eberhard Schockenhoff äußerte sich vor allem zur spezifischen Verant-
wortung christlicher Journalisten, während Christiane Florin, ehemals Chefredakteurin von „Christ & Welt“
über  ihre Erfahrungen mit Hassmails aus dem katholischen Mails berichtete. Bemerkenswert ihr
abschließendes Fazit, wonach es bedenklich sein, dass insbesondere diejenigen die extreme
Positionen verträten sowie deren Anhänger sich sehr leidenschaftlich für „ihre Sache“ engagierten,
während die Befürworter von Differenzierung, Toleranz und Demokratie in großer Mehrheit sehr
wenig Leidenschaft für ihre Position mitbrächten.

 

Nicht unerwähnt bleiben soll der leere Platz auf dem Podium. Er stand symbolisch für den Blogger
und früheren Kolumnisten von „The European“, Heinrich Schmitz. Er hat sich aufgrund sehr
massiver Drohungen und aus Sorge um seine Familie aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Seine Abwesenheit stand anschaulich dafür , wie brisant das Thema Hetze und Verhöhnung
rund um die Medien ist.

 

Was uns besonders gefreut hat: Obwohl sehr viele Veranstaltungen – auch solche mit prominenten Teilnehmern – nicht gefüllt werden konnten, war unser Podium in der Leipziger Sporthalle restlos „ausverkauft“. Es mussten sogar Interessenten zurückgewiesen werden.

 

Das lässt sich leider nicht durchgehend von der Katholikentagsbuchhandlung und den Verlagsständen
sagen, obwohl das Foyer der Leipziger Oper durchaus eine „gute Adresse“ war. In nur 5 Minuten
fußläufug vom Bahnhof aus zu erreichen, einer der Hauptveranstaltungsorte und neben einer großen
Bühne gelegen, ging es zuzeiten zwar durchaus munter zu, streckenweise war es dann aber aufgrund
fehlender Hinweise im Programmheft und mangelnder Hinweisschilder vor der Oper hin uns wieder sehr
ruhig. Hieraus wird man für künftige Katholikentage seine Schlüsse ziehen müssen, um etwas mehr Publikumsverkehr zu generieren.

 

Die Katholikentagsbuchhandlung für vom ortsansässigen St. Benno Verlag / Vivat! Organisiert. An den Verlagsständen haben sich 16 Verlage mit eigenen Verlagsständen beteiligt, 10 Verlage waren am Gemeinschaftsstand des KM. vertreten. Außerdem waren wieder viele Mitgliedszeitschriften ausgelegt.